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Frühling, Sommer, Herrrrrrrrrrpst und Winter. Der Theaterclown Sebastian Scheuthle zu Gast bei Marianne Blum

Die Comedy Diva Marianne Blum hat wieder zum Abendessen und Gernsehen geladen.
Zum vorletzten Mal in diesem Jahr, aber leider auch zum letzten Mal im Fuldaer Museumskeller. Denn dieser bekommt eine Brandschutzmauer implantiert und dient in zukünftig nur noch als Lagerraum.

Frau Blum eröffnet den Abend mit dem obligatorischen Gernsehen-Song und thematisiert kurz die Anschläge von Paris – „darf man nach solchem Terror lachen und feiern?“ Ja .- man muss sogar.
Dank dem Gast des Abends Sebastian Scheuthle ließen die Lacher auch nicht lange auf sich warten. Der gebürtige Schwabe ist Schauspieler und Komiker und tourt seit vielen Jahren mit seinen Programmen durch die Nation.

Sebastian Scheuthle tritt auf das Podest und zeigt in ausdrucksstarker Körpersprache, die Gemütslage des Menschen im Spätwinter. Als Erlösung switcht er in den Frühling und schleudert eine Hommage an den Lenz ins Publikum: „Ich werde nie im Frühling sterben!“ Um sicher zu gehen, will er sich vorsichtshalber im Herbst umbringen.
Darauf gibt es die Suppe. Das 3-Gang-Menü ist übrigens auch an diesem Abend wieder köstlich und dem Thema angepasst.

Im Sommerkleid singt die Gastgeberin eine eigenwillige Interpretation von Gershwins Klassiker – Summertime und zelebriert dabei ein sehenswertes Luftgitarren-Solo. Der Sommer ist eingeleitet und Sebastian Scheuthle porträtiert diese Jahreszeit als pointierten Dialog: Ein Schwabe macht Urlaub im Norden und versucht ein Gespräch mit einem Norddeutschen. Herrlich der Versuch dem Nordlicht das Wort „Bibberle“ zu erklären. Dabei handelt es sich übrigens um ein Küken.
Wie schnell romantische Sommernächte zum Albtraum werden können, konnte das Publikum fast körperlich erleiden bei einer blutrünstigen Jagd auf Stechmücken. In dieser wortgewaltigen und Nummer zeigte der Gastkünstler sein ganzes schauspielerisches Talent.

Plötzlich wird es dunkel. Nur eine Kerze flackert. Frau Blum, nun in schwarzem Trauerflor, haucht den Jazzstandard – Autumn Leaves. Sebastian Scheuthle übernimmt und interpretiert den nassen Herrrrrrrrrrrrrrrrrpst mit einem rasanten, konsonantenreichen Text, in dem er mehrfachst feuchte Fontänen aus seinem Mund platzen lässt. Überraschend, ein kleines rotes Tuch wird dabei zu Wind, flatternder Fahne, Stierhörnern und vielem mehr. Auch hier überzeugt der Künstler wieder mit Präzision in Sprache und Körper.
Zum Einstieg in den Winter singt Frau Blum das Weihnachtslied „Sleigh Ride“ und holt sich dazu zwei Backgroundsängerinnen aus dem Publikum. Ein Herr am Tisch wird kurzerhand zum wiehernden Pferd. Es folgte eine hervorragende Stand-up-Nummer des Schwaben über die Schwierigkeiten eines Hallenbadbesuchs im Winter; Etwa, wenn man in einer Mini-Umkleidekabine, bei tropischen 48 Grad und 100 % Luftfeuchtigkeit, versucht, sich seiner voluminösen Winterkleidung zu entledigen. Klar dass man da „schwitscht“, wie der Schwabe das ausdrückt. Auch der Schauspieler selbst schwitzte ordentlich bei der Nummer. Gut so, so konnte das johlende Publikum dieses Szenario noch besser nachempfinden.

Mit einem „Auf Wiedersehen!“ an das Publikum und einem wehmütigen „Tschüss!“ an den geschichtsträchtigen Museumskeller verabschieden sich Marianne Blum und Sebastian Scheuthle. Dankender Applaus, noch gemütlich den Rotwein austrinken, so geht wiedermal ein besonderer Mittwochabend zu Ende.

Der nächste Abend dieser abwechslungsreichen Kleinkunstreihe findet am 15. und 16.12. im Museumscafé statt. Diesmal ist als Gast dabei die russisch unorthodoxe Kampf-Pianistin Marina Gajda.



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