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661-Stieglitz_(Caruelis_carduelis)

Farbenfroher Finkenvogel erntet von über150 Pflanzenarten die Samen

Der Stieglitz oder Distelfink (Carduelis carduelis) gehört mit einer Körpergröße von zirka zwölf Zentimetern zu den kleinsten Finkenvögeln. Sein Gefieder ist besonders farbenfroh. Markant sind die rote, weiß und schwarz umrandete Gesichtsmaske und die gelbe Flügelbinde. Er wiegt zirka 16 Gramm und hat in der freien Natur eine Lebenserwartung von fünf bis acht Jahren. 

Wegen seiner Schönheit wird er auch in Volieren gehalten, wo er über 15 Jahre alt werden kann.

Der Stieglitz ist in Deutschland als Brutvogel weit verbreitet. Seine größten Vorkommen befinden sich in wintermilden Teilen des westlichen und südlichen Europa, wo er Standvogel ist und wohin ein Teil unserer Brutvögel im Winter zieht. Zu seinem Lebensraum gehören parkartige, gehölzreiche Kulturlandschaften mit Hochstaudenfluren, Brachen, Gärten und Obstwiesen. In der Rhön kommt er an Waldrändern, in Feldgehölzen und an dicht mit Gehölzen und Staudensäumen ausgestatteten Bachläufen vor.

Zur Brut- und Mauserzeit ist der Anteil tierischer Nahrung deutlich erhöht. Er frisst verschiedene Insekten und sammelt Blattläuse von Pflanzenstängeln ab. Samen von Kräutern wie Wegerich, Ampfer, Vogelmiere oder Beifuß sind für den Stieglitz im Sommer leicht zu erreichen und nahrhaft. Von über 150 Pflanzenarten erntet er die Samen mit unterschiedlichen Techniken. Er pickt seine Nahrung entweder vom Boden auf oder erklettert geschickt dünne Pflanzenstängel, um an die Samenköpfe zu gelangen. Mithilfe seines schlanken und sehr spitzen Schnabels kann er pinzettenartig auch aus stachelbewehrten Fruchtständen Samen herausholen. An der Pflanze bleiben immer genügend Samen übrig, so dass ihre Vermehrung auch im nächsten Jahr gesichert ist.

Im Winter schließen sich Stieglitze immer wieder mit anderen Finkenvögeln wie Erlenzeisig oder Grünfink zu größeren Trupps zusammen. Dann bilden für sein Überleben Samen von Disteln, Gräsern, Bäumen und Sträuchern eine wichtige Grundlage. Da unsere Kulturlandschaft im Winter oft nicht mehr genügend natürliche Nahrungsquellen bietet, tauchen Stieglitze auch an Futterhäusern im Siedlungsbereich auf.

Ein Stieglitzpaar bleibt im günstigen Fall zeitlebens zusammen und brütet in jeder Saison zwischen April bis Juli durchschnittlich zweimal. Das Nest wird gerne in erhöhten Astgabeln von Sträuchern aus kleinen Zweigen, Moos und Flechten gebaut. Arttypisch ist die Auskleidung der Nestmulde mit Federn, Haaren und Distelwolle. Das Weibchen erbrütet in 14 Tagen meist vier bis sechs Eier alleine. In dieser Zeit wird es vom Männchen mit Futter versorgt. Nach 28 Tagen werden die Jungvögel selbständig. Stieglitze werden von Katzen und Mardern, Sperber oder Turmfalke erbeutet. Im Mittelmeergebiet werden zahlreiche Vögel gefangen. Ihre Eier fallen Eichhörnchen, Waschbären oder Mardern zum Opfer.



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