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Beste Aufklärungsquote seit Erfassung / Straßenkriminalität signifikant gesunken

Noch nie wurden in Hessen so viele Straftaten aufgeklärt wie im letzten Jahr. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 59,9 Prozent – der höchste jemals erhobene Wert. Allerdings hat sich die Fallzahl im Vergleich zum Vorjahr geringfügig von 396.931 auf 403.188 erhöht. Innenminister Peter Beuth wertete diese Ergebnisse bei der heutigen Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) als einen Beleg für die nachhaltige und langfristig ausgelegte Sicherheitspolitik des Landes.

„Die hessische Polizei hat sich 2015 den Herausforderungen, die durch Zuwanderung, die Bedrohungslage durch den islamistischen Terrorismus und durch Großlagen entstanden sind, erfolgreich gestellt. Die Zahlen zeigen: Hessen ist und bleibt ein sicheres Land. Die niedrigste Fallzahl aller Zeiten bei der Straßenkriminalität ist ein Beleg dafür, dass das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Polizei gerechtfertigt ist“, sagte der Innenminister. Die Kriminalität auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen konnte im 20-Jahre-Vergleich halbiert werden (-50,7 Prozent). Im Vergleich zu 2014 konnten die Fallzahlen um 3,5 Prozentpunkte reduziert werden.

Um genaue Aussagen nach den Standards der bundeseinheitlich geführten PKS zum Thema Kriminalität im Kontext mit Zuwanderung treffen zu können, haben der Bund und die Länder die Erfassungskriterien für das Jahr 2016 präzisiert. Anhand der für 2015 erfassten Delikte von Flüchtlingen stellte Innenminister Peter Beuth fest: „Trotz der Vervierfachung der Anzahl von Zuwanderern im letzten Jahr, vor allem seit September, stiegen die registrierten Straftaten dieser Bevölkerungsgruppe bisher nicht in gleichem Maß an.“ Wenngleich eine valide Auswertung erst mit der Erhebung der Daten für das Jahr 2016 möglich sei, zeige die bisherige Erfassung neben ausländerrechtlichen Verstößen vorwiegend bedeutsame Fallzahlen bei Ladendiebstahl, Beförderungserschleichung, Körperverletzungs- und Urkundenfälschungsdelikten. „Die Landesregierung hat eine Reihe von Maßnahmen initiiert, damit Schutzsuchende um die Rechte und Pflichten in unserem Land wissen. Unerlässlich für eine erfolgreiche Integration ist Aufklärung, wie wir sie im Rahmen unserer Präventionsveranstaltungen für Flüchtlinge landesweit in den Erstaufnahmeeinrichtungen anbieten“, so Peter Beuth.

Anlässlich der anstehenden Faschingszeit betonte der Innenminister: „Sexuelle Übergriffe, wie sie sich in deutschen Großstädten in der Silvesternacht ereignet haben, begegnet die hessische Polizei mit verdeckten und offenen polizeilichen Maßnahmen. Wir werden die Polizeipräsenz spürbar erhöhen und die Sicherheit in Hessen gewährleisten. Dazu gehört auch ein verstärkter Videoeinsatz durch die Polizei.“

Beim Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) wurde die Aufklärungsquote 2015 auf 21,6 Prozent gesteigert (2014: 20,6 Prozent), während die Quote gescheiterter Einbrüche ebenfalls auf 43,8 Prozent anstieg (2014: 42,4 %). Jedoch stieg das Fallaufkommen im Jahresvergleich um gut sechs Prozent auf 11.595 Fälle an (2014: 10.978 Fälle). „Einbrüche bedeuten für Betroffene immer einen großen Einschnitt in ihren persönlichen Lebensbereich. Die Polizei bietet den Bürgerinnen und Bürgern umfangreiche Beratung im Rahmen ihrer Präventionsarbeit an und zeiget praktisch, wie die eigenen vier Wände sicherer werden“, erläuterte der Minister.

Das von der hessischen Polizei eigens entwickelte Verfahren „KLB-operativ“ (Kriminalitätslagebild), das Prognosen für künftige Wohnungseinbrüche zulässt, wurde während der „Dunklen Jahreszeit“ im Zeitraum vom 26. Oktober bis 18. Dezember 2015 unter der Leitung des Hessischen Landeskriminalamtes in den Polizeidirektionen Wiesbaden, Main-Taunus, Main-Kinzig sowie Darmstadt-Dieburg erprobt. Aus den polizeilichen Datenbeständen können räumliche und zeitliche Schwerpunkte abgeleitet und bestimmte Verhaltensmuster der Täter erkannt werden. „Unser Ziel ist es, Einbruchsserien zu erkennen und so schnell wie möglich zu beenden. Die Experten der Polizei leisten dabei Pionierarbeit, um insbesondere professionellen Einbrecherbanden das Handwerk zu legen“, sagte der Minister. Die Ergebnisse von „KLB-operativ“ werden zurzeit ausgewertet und es wird geprüft, ob die Methode künftig standardisiert zur WED-Bekämpfung in Hessen genutzt werden kann.

„Die Frauen und Männer der Polizei haben 2015 trotz der zahlreichen Herausforderungen Bemerkenswertes geleistet. Ich danke den Polizistinnen und Polizisten für ihre couragierte und zuverlässige Arbeit zum Wohle des Landes“, erklärte Peter Beuth. Um die Bediensteten zu entlasten, habe das Land unter anderem ein umfangreiches Stellenhebungsprogramm aufgesetzt, die Zulagen für den Dienst zu ungünstigen Zeiten deutlich erhöht und fünfzehn Millionen Euro für den finanziellen Ausgleich von Überstunden bereitgestellt. Zudem wurden für das Haushaltsjahr 2016 insgesamt 400 zusätzliche Stellen für den Polizeibereich zur Verfügung gestellt.

Die ausführliche Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 ist unter www.polizei.hessen.de  abrufbar.



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