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Architektenwettbewerb fürs Löhertor

Am 22. März 2016 hatte der Fuldaer Oberbürgermeister die Fraktionsvorsitzenden über die neuen Pläne der Hamburger Greve-Gruppe für das Löhertor informiert. „Leider haben wir keine schriftlichen Unterlagen erhalten. Nicht einmal eine Skizze des Vorhabens wurde uns zur Verfügung gestellt – bis heute nicht. Am vergangenen Freitag musste ich feststellen, dass dieses in einem wesentlichen Punkt bereits wieder geändert ist. Anstatt der Bildungseinrichtung plant die Firma Greve derzeit, einen Mix aus Wohnen, Handel, Dienstleistungen und Büros mit einem Hotel zu ergänzen. Dieser neue Sachstand wurde am Freitag (22.04.2016) publik, als der Greve-Mitarbeiter den Gestaltungsbeirat über die geplante Löhertor-Bebauung informierte“, so Karin Masche, die Vorsitzende der Fraktion Die Linke.Offene Liste / Menschen für Fulda.
Die Fraktion erinnert an die kritische Stellungnahme des Hotel- und Gaststättenverbandes zu dem Hochhaus, dass die Werner-Gruppe derzeit an der Dalbergstraße errichtet. Hier gab es eine ähnliche Planänderung: Ursprünglich vorgesehene Büroflächen wurden zu Hotelzimmern.

 

„Wir sprechen uns sicher nicht dagegen aus, dass Fulda auch für Touristen weiterhin attraktiv bleibt. Doch die Stadtentwicklung darf nicht einseitig auf Besucher ausgerichtet sein. In erster Linie muss die Stadt gute Rahmenbedingungen für die hier lebenden Menschen bieten“, betont Ute Riebold.

 

„Im Jahre 2010 hat die Firma Greve die politisch Verantwortlichen Fuldas förmlich vor sich hergetrieben. In einem Hauruck-Verfahren wurde der Bebauungsplan an die Wünsche der Hamburger Firma angepasst. Wie wenig durchdacht der Entwurf war, ist schon lange deutlich. Greve hat die sechs Jahre alte Planung nie umgesetzt, andererseits seit 2010 den letzten verbliebenen Mietern die Verträge nicht verlängert. Und jetzt baut die Firma wieder einen Zeitdruck auf“, kritisiert Ute Riebold.

 

Die Fraktion wirbt dafür, die Investorenpläne kritisch zu hinterfragen, „um nicht wieder einen Reinfall zu erleben.“ Dazu gehöre auch die Gestaltung der Gebäude und Außenflächen. „Nach eigenen Angaben führt die Greve-Gruppe im Bundesgebiet ca. 1,5 Millionen Quadratmeter Wohn-, Büro- und Handelsflächen als Eigentum. Berühmt für eine architektonische Qualität sind die von der Firma entwickelten Gebäude jedoch nicht“, so die Fraktion Die Linke.Offene Liste / Menschen für Fulda. „Auch der vorgestellte Entwurf für die Neubebauung des Areals zwischen Gerbergasse, Löherstraße Bardostraße und Am Rosengartenbestätigt dies leider. Wir teilen daher die Empfehlung des Gestaltungsbeirates, der der Firma dringend zu einem Architektenwettbewerb rät. Wir hoffen sehr, dass die Stadt darauf besteht und sich nicht wieder von der Helmut-Greve-Firma vorführen lässt – auch wenn es zweifelslos wichtig ist, dass das Areal wieder belebt wird. Viele Jahre vergrößerte sich der Leerstand des mittlerweile völlig brach liegenden Löherzentrums stetig. Das hat dem umgebenden Quartier massiv geschadet. Durch viele kreative Ideen ist es den betroffenen Geschäftsleuten gelungen, dagegenzuhalten. Ein Grund mehr, dafür zu sorgen, dass sich die Qualität der Löherstraße schon an ihrem Eingangstor ausgedrückt wird“, erklärt Karin Masche abschließend.



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