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Mehr als 10.000 Stunden im Dienst der Bedürftigen

Mit einem Empfang im Grünen Zimmer des Stadtschlosses hat die Stadt Fulda ein ganz besonderes bürgerschaftliches Engagement gewürdigt: Heinz Steege, der langjährige Vorsitzende der „Fuldaer Tafel“, wurde im Beisein zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens der Stadt sowie von Mitstreitern und Sponsoren der Tafel von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld geehrt. „Von solch herausragendem Engagement wie dem Ihrem hängt nicht zuletzt die soziale Temperatur einer Stadt ab“, sagte Wingenfeld mit Blick auf den Geehr-ten. Die Stadt sei Steege zu großem Dank verpflichtet, in den der Oberbürger-meister auch Steeges Ehefrau Heide und die gesamte Familie einschloss.

Zuvor hatte der OB kurz den Lebensweg Steeges skizziert, der nach einer Karrie-re bei der Deutschen Bank 1970 zunächst als Organisationsleiter und später als geschäftsführendes Vorstandsmitglied zum Deutschen Evangelischen Kirchentag nach Fulda wechselte und in Osthessen „ein Stückweit seine Heimat gefunden hat“, wie es der OB ausdrückte. Auf der Suche nach einem passenden Bibelwort für die Ehrung Steeges sei er beim Prophet Jeremia fündig geworden, so der OB: „Suchet der Stadt Bestes“ – ein Satz, der als Leitmotiv auch auf das bürger-schaftliche Engagement Steeges in und für die Stadt Fulda zutreffe. So sei er nicht nur gut 13 Jahre als Vorsitzender der Fuldaer Tafel, sondern auch beim Rotaryclub, beim Kinderschutzbund sowie beim Verein „Paten und Partner“ aktiv gewesen. Für die Zukunft wünschte Wingenfeld dem Geehrten, dass dessen Schaffenskraft weiter dem Ehrenamt gelten möge.

Steeges Nachfolger im Amt des Tafel-Vorsitzenden, Stadtrat Wolfgang Arnold, zeigte anhand einiger Beispiele auf, wie umfangreich und zeitraubend die Arbeit für die Tafel sein kann, schließlich würden jede Woche rund 10 Tonnen Lebens-mittel an Bedürftige ausgegeben, die Arbeit von insgesamt 130 ehrenamtlichen Helfern müsse koordiniert werden. Der Empfang der Stadt sei ein äußeres Zei-chen dafür, „dass nur mit Hilfe solcher Ehrenamtlicher wie Steege unser Ge-meinwesen funktionieren kann“, sagte Arnold.

Von den Anfängen der Tafel berichtete der langjährige stellvertretende Tafel-Vorsitzende Klemens Koeth. Steege sei durch seine Tätigkeit beim Kirchentag für das Vorstandsamt bei der Fuldaer Tafel prädestiniert gewesen. Sein christlich geprägtes Weltbild habe entscheidend dazu beigetragen, dass die „Kunden“ der Tafel immer als „Könige“ gesehen würden. „Im Laufe der Jahre hast Du mehr als 10.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit unseren Kunden geschenkt“, sagte Koeth zu Steege.

Auf seine Anfänge in Fulda blickte in seinem Dankeswort auch Heinz Steege selbst zurück – etwa auf seine ersten Besuche im Kirchentagsbüro in den späten 60er Jahren, „als Fulda wirklich noch Provinz war“. Wie vieles in seinem Leben sei es Zufall – oder auch Fügung – gewesen, dass es ihn und seine Familie aus Norddeutschland dann nach Fulda verschlagen habe. Sehr gut in Erinnerung ge-blieben sind Steege auch die Umstände, wie es zur Gründung der Tafel kam: Im Juni 2003 habe man mit einigen Vertretern von Rotary und Lions Club beim Wein zusammengesessen – und nach und nach alle Bedenken ausgeräumt.

Eine kleine Überraschung hatte Werner Faas, Tafel-Mitglied und Freund der Fa-milie Steege, bereit: Er trug ein Grußwort aus Brasilien vor – denn Heinz Steege und die Fuldaer Tafel hatten in den Jahren 2006/07 erheblichen Anteil daran, dass in Porto Alegre die erste brasilianische Tafel entstehen konnte. Mit einem Augenzwinkern in Richtung Oberbürgermeister regte Steege daraufhin gleich eine Städtepartnerschaft zwischen Fulda und Porto Alegre an.



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