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Traudi Schlitt las vor 25 Frauen in der Alten Schmiede in Uttrichshausen

Wenn mehr als zwei Dutzend Frauen sich in einem Raum zum Frühstücken treffen und es fällt (fast) kein Wort, dann ist entweder Sekt im Spiel (stimmt) oder es gibt etwas Außergewöhnliches zu hören (stimmt erst recht). Traudi Schlitt, Autorin aus Alsfeld und gebürtig aus Heubach, war wieder einmal in der Alten Schmiede in Uttrichshausen zu Gast. Dieses Mal hatte sie ein Programm rein für Frauen mitgebracht, mit dem sie ihre Gäste anderthalb Stunden vortrefflich unterhielt. Schlitts Leidenschaft gilt dem Alltag im Allgemeinen und im Besonderen, und hier speziell den kleinen absurden, wahnsinnigen Momenten, die sie einfängt, auf ihre ganz eigene Art beschreibt und als Kolumnen wieder rauslässt.

Für die Frauen ihrer alten Heimat hatte sie einen bunten Strauß mitgebracht: Was, wenn man im Rausch seiner verschiedenen Rollen und Aufgaben im Lauf des Tages am Ende Günther Wallraff bettfein zuhause in der Küche sitzen hätte oder die Essens-Verabredung mit drei hyperaktiven Freundinnen per WhatsApp tatsächlich zustande käme? Müsste man sie dann in einen der vier amtierenden Kalender eintragen? Was, wenn mit Fünfzig vielleicht doch die besten Zeiten um sind und das Marilyn-Monroe-Kostüm zu Fasching sich dann doch als nur so mittel herausstellt – nicht zuletzt, weil die Konsequenz bei der Frühlingsdiät fehlte? Kein Klischee, kein Frauenthema zu dem sich die Autorin, die in ihrem Blog www.traudi-schlitt.de alle zwei Wochen ihre Kolumnen veröffentlicht, keine Gedanken gemacht hätte. Gedanken, die schließlich auch der Männerwelt zugutekommen, etwa, wenn sie in den Niederungen der Kosmetikwerbung ein Duschgel entdeckt, das für die männlichen Nutzer „die Jagdsaison eröffnet.“

Ganz anders in ihrem feministischen Teil: Hier ging es ans Eingemachte, an das, was noch klemmt in der Gesellschaft – sowohl in Deutschland als auch in der Welt, wo sich „sexistische und minderheitenfeindliche Wiedergänger in Gestalt von Trump, Putin oder Erdogan“ großen Zulaufs erfreuen können und wo es angebracht scheint, den Allerwertesten wieder ein bisschen zu heben und politischer zu werden.

Und dann war da noch das Titelthema: die Wechseljahre. Auch darüber hatte Traudi Schlitt einige Erkenntnisse im Gepäck, die sie sehr gerne mit ihren Gästen teilte. Das allerdings sei zu privat, um es in den Zeitungsbericht zu packen, ließ sie verlauten und verweist auf ihre Bücher – das dritte, „Läuft!“, erscheint in den nächsten Tagen.
Mit der Veranstaltung sehr zufrieden zeigte sich Kerstin Burkard. „Die Lesungen von Traudi sind immer sehr erfrischend und kommen wahnsinnig gut an – es war bestimmt nicht die letzte.“ Bis zum nächsten gemeinsamen Termin wird es allerdings noch eine Weile dauern, denn aktuell arbeitet das Team der Alten Schmiede an verschiedenen Weihnachtsaktionen, die in der Vorweihnachtszeit geplant sind, darunter ein Schmucksalon und das Nähen von Baumschmuck. Mehr Informationen dazu gibt es auf https://www.facebook.com/Alte-Schmiede.



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