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„Der Beruf ist wichtig und erfüllend“ – Pflegemonitor: Zahlen, Daten und Einschätzungen für den Landkreis Fulda

Pflege wird sich in den nächsten Jahren weiter zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit entwickeln. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist bereits heute die Schwierigkeit, ausreichend Fachkräfte zu finden. Geschätzt 800 Vollzeitkräfte werden bis zum Jahr 2035 benötigt. So analysiert es der regionale Pflegemonitor, zu dessen Präsentation Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen stationäre und mobile Pflege, Pflegeschulen und Arbeit ins Landratsamt eingeladen hatte.

Daten brauchen Erläuterung: Diese Aufgabe übernahm Oliver Lauxen, beim Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt zuständig für regionale Arbeitsmärkte. Vor allem die Nachfrage nach Pflegekräften seitens der Unternehmen sei nur schwer messbar. „Denn allein die Meldung von offenen Stellen im Pflegebereich zeigt nur einen Bruchteil jenen Stellen, die tatsächlich zu besetzen sind“, sagte Lauxen. Deshalb führe das IWAK Befragungen der jeweiligen Unternehmen durch.

Für Fulda habe man beispielsweise ermittelt, dass vor allem in der Krankenpflege Nachwuchs fehle und es deutlich mehr Absolventen der Altenpflegehelferausbildung gebe. Die Zahlen basierten zwar auf den Daten von 2016 – die aktuellen sind erst 2019 zu erwarten – , dennoch lasse sich eine Prognose skizzieren, sagte Oliver Lauxen. Die Zukunft der Pflege sei doppelt von der demografischen Entwicklung betroffen: Eine zunehmende Zahl alter Menschen führt zu einer weiter steigenden Nachfrage nach Pflegekräften, von denen jedoch eine Vielzahl 2030/2035 in Rente gehen werde. Letztendlich sei davon auszugehen, dass bis 2030 gut 600 Vollzeitkräfte benötigt würden, bis 2035 sogar 800.

Der IWAK-Experte gab anschließend einen Überblick über Maßnahmen zur Fachkräftesicherung – verschiedene Facetten der Qualifizierung, die Mobilisierung beispielsweise jener, die aus dem Arbeitsleben ausgestiegen sind, die Bindung der Fachkräfte an das Unternehmen etwa durch individuelle Arbeitszeitmodelle und die Anwerbung in anderen Ländern. Daran anknüpfend entspann sich eine rege Diskussion, moderiert von Ana Isabel Eichel (IFOK GmbH). Themenbereiche waren die generalistische Ausbildung, Strategien, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, sowie der Nutzen einer Vernetzung.

Über Maßnahmen und Programme informierten Ulrich Nesemann und Markus Vogt vom Kreisjobcenter. Angesprochen wurde seitens der Teilnehmer auch, dass der Pflegeberuf ein massives Imageproblem habe. Wenn immer wieder von Pflegenotstand die Rede sei, von schlechten Arbeitszeiten und hoher Belastung, dann müsse man sich nicht verwunderlich, dass die Tätigkeit oft geringgeschätzt werde. Eine Chance sei es hingegen, den Fokus zu ändern, zu zeigen, wie erfüllend dieser Beruf und wie lohnend es sei, in der Region Fulda zu arbeiten.

In diesem Zusammenhang ging es auch um die Möglichkeit, Arbeitskräfte im Ausland zu finden, geflüchtete Menschen einzubinden, um die Vereinfachung des Zugangs zur Ausbildung und eine flexiblere und individualisierte Gestaltung der Arbeitszeit. Als dinglich erwies sich für alle, Informationen über das neue Curriculum der generalistischen Ausbildung zu erhalten, die 2020 starten soll. Frederik Schmitt dankte abschließend für das Interesse, die rege Diskussion, die Bereitschaft, bei diesem wichtigen Thema ins Gespräch zu kommen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Informationen zu den regionalen Daten finden sich unter www.hessischer-pflegemonitor.de



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