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Gespräch MdB Michael Brand mit Mitarbeiterinnen der MBE

In diesem Jahr fielen der Aktionstag der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und die Interkulturelle Woche sowie die sitzungsfreien Tage für Bundestagsabgeordnete zusammen. Das nützten die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Caritas (RCV) und der Bildungsverein Kreidekreis als Träger der Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer (MBE) in Stadt und Landkreis Fulda, um mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Brand zu sprechen. Sie überreichten ihm ein gemeinsam erarbeitetes Positionspapier. Aufgabe der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanzierten Migrationsberatung sei es die Integration von zugewanderten Menschen zu fördern und ihnen einen guten Start in Deutschland zu ermöglichen. Durch die verstärkte Zuwanderung habe sich das Feld der Herausforderungen, unterstützenden Hilfen und Begleitung zur gelingenden Integration erweitert. Durch die Reduzierung der Gemeinschaftsunterkünfte fielen Sozialbetreuer weg und die Menschen kämen in die MBE, so die Feststellung der Beraterinnen und Berater Margarita Schewinski, Nabil Alilou (beide AWO), Monika Gonzalez Dehnhardt, Karin Kristan, Elsa Gebru (alle RCV) sowie Christiane Grusa und Heidi Kurzberg (alle Kreidekreis) gleichermaßen. Die Betreuungszeit würde sich über die der MBE zugestandenen drei Jahre erheblich erweitern und der organisatorische Aufwand steige. Man müsse sich mit einer Vielzahl von Problemlagen auseinandersetzen, so Christiane Grusa und werde mit persönlichen Schicksalen konfrontiert, ergänzte Monika Gonzalez Dehnhardt. Mit Zahlen dokumentierte Heidi Kurzberg die Beratungsfälle, die vom Jahre 2016 auf 2017 um 16 Prozent gestiegen seien. Zurzeit würden laut Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege 371 Fälle pro Vollzeitstelle bearbeitet. Um eine nachhaltig gute Beratungsqualität zu sichern, dürften es nur 150 Fälle sein. Daraus resultiere, dass die MBE eine Aufstockung der Haushaltsmittel brauche, um das notwendige Personal einstellen zu können. Hilfe könnte auch ein gut ausgestattetes Büro sein und eine Büroassistenz, um ungestört beraten zu können.

„Integration funktioniert nur durch Fordern und Unterstützen, mit beidem“, so der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand. Gelungene Integration sei für den Zusammenhalt der Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Trotz der deutlich niedrigen Zugangszahlen durch Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung bleibe das Thema auf lange Zeit eine zentrale Aufgabe, die alle fordere. Weder Naivität noch Abschottung helfe, sondern Menschen aktiv an die Hand zu nehmen. Dafür brauche es ausreichend Mittel für die Träger und Kommunen, denn Integration sei ein langfristiger Prozess. Der Bundestagsabgeordnete dankte den Trägern und „engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit viel Einsatz Großartiges leisten“.

An Beispielen wie Familiennachzug, Änderung der Länder aus denen Zuwanderer kämen und Fragen der Qualifizierung von Personal, das außer einer qualifizierten Grundlage sozialer Arbeit auch Kenntnisse in Sprache, Recht und Empathie haben müsse, wurde nochmals die Komplexität heutiger Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderung deutlich. Zum Abschluss überreichten die Träger der MBE einen „Notwendigkeitskatalog“ und garnierten die Punkte „Personalsicherung bzw. Aufstockung der personellen Ressourcen; Bessere finanzielle Ausstattung der Träger der Beratungsstellen; Konzeptionelle Weiterentwicklung der MBE und Sicherung der Qualitätsstandards“ mit einprägsamen Symbolen.

 



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