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Wandertag an der Albert-Schweitzer-Schule bietet viele Möglichkeiten, Spaß und ganz viele Erfahrungen

Lernen außerhalb der Schule, Erfahrungen sammeln in der Natur, in Museen und wenn es sein muss, auch im Stall oder auf dem Exerzierplatz – dafür machte die Albert-Schweitzer-Schule vor kurzem einen ganzen Tag frei. Je nach Interessenslage der Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrkräfte wurde daraus ein Tag für Geschichte oder Sport, für Museum oder Stadterkundung, für Spaß und Gemeinsamkeit. Gelernt wurde dabei immer was und als Gruppe konnte sich jede Klasse weiterentwickeln. „Ein gelungener Tag in jeder Hinsicht“, sind sich Christian Bolduan und Thomas Weidemann aus dem Schulleitungsteam einig.

Im Vordergrund des Tages stand für alle Klassen das Gemeinschaftserlebnis. Einen Tag lang gemeinsam unterwegs sein, sei es zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder der Bahn, schafft Freiräume und ermöglicht Gespräche – auch jenseits der Schulthemen. Neben so schönen sportlichen und teambildenden Aktivitäten wie dem Besuch einer Eisbahn oder einer ausgedehnten Runde Bubble Soccer, hatten sich einzelne Klassen auch ungewöhnliche Lernorte auf ihren Tagesplan geschrieben.

Die Klasse 6d, ihres Zeichens Sportklasse, radelte mit ihrem Klassenlehrer-Team Alexandra Greifenhagen und Christian Bolduan von Alsfeld nach Ruhlkirchen, um dort einen modernen landwirtschaftlichen Betrieb zu besichtigen. Unter dem Thema „Landwirtschaft im Wandel“ – übrigens Teil des Erdkundeunterrichts in der Unterstufe – begaben sich die Elf- bis Zwölfjährigen auf ungewohntes Terrain und lernten, dass moderne Viehzucht sich doch erheblich von der Bauernhof-Idylle ihrer Kinderbücher und vielleicht auch ihrer eigenen Vorstellung unterscheidet. Sie konnten der Familie Fromandi, die diesen Hof betreibt, viele Fragen stellen und wurde dort auch zu einem kleinen Imbiss eingeladen, bevor sie auf eigenen Rädern oder Mountainbikes aus dem Fahrradpool der Schule wieder den Heimweg antraten. „Für uns war dieser Tag eine tolle Kombination aus Sport und Lernen“, so das Fazit am Nachmittag.

Die Klasse 7a verbrachte den Wandertag gemeinsam mit ihrem Lehrer Mirko Peitz im Forschungszentrum Neu-Ulrichstein, wo sie von Institutsleiter Prof. Dr. Peter Ebke über viele interessante Einsatzgebiete der Einrichtung informiert wurden. Eines ist beispielsweise die Erforschung der Auswirkungen von verschiedenen Chemikalien auf Flora und Fauna. Dies tut man unter anderem, indem man immer wieder Regenwürmer zählt oder Mäusen auf Schritt und Tritt folgt – im Schichtdienst. Der Aufwand und die Akribie, die hier nötig sind, beeindruckten die Jugendlichen sehr. Ein Quiz und viele witzige und leckere Aktivitäten später ging es nach einem action- und lehrreichen Tag zurück nach Alsfeld.

Auf Luthers Spuren wandelte die Klasse 7b mit ihren Lehrern Michael Rudolf und Gunther Hörr. Gemeinsam mit Bernd Rausch vom Verein „Lutherweg in Hessen e.V.“ und dem Wanderführer Franz Payer erkundeten sie die Region rund um Altenburg, Romrod, Liederbach und Oberrod. Hierbei konnten sie die Romröder Synagoge kennenlernen und die Grablege der Herren von Riedesel im Altenburger Schlosswald. Viele der Schülerinnen und Schüler brachten schon einige Kenntnis aus dem Geschichtsunterricht mit und fanden es äußerst spannend, Geschichte vor Ort nachzuempfinden.

Ebenfalls um Geschichte, wenn auch um eine ganz andere, ging es für die Klasse 10d, die mit den Lehrern Aribert Ley, Dirk Greifenhagen und Dr. Florian Meister der Zeit der Subsidienpolitik der Landgrafen von Hessen-Kassel und des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges auf der Spur waren. Sie taten dies in Ziegenhain, wo vor über 40 Jahren der Film „Der Winter, der ein Sommer war“ darüber gedreht wurde, wie hessische Soldaten an die Briten überlassen wurden, um in Amerika auf deren Seite zu kämpfen. Einem rührigen Verein, dem „Arbeitskreis Festung Ziegenhain“ ist es gelungen, Originalkostüme aus der Filmproduktion zu erwerben und diese Zeit wieder auferstehen zu lassen – als Erinnerung daran, auf wessen Kosten Kriege zu allen Zeiten geführt werden, aber auch als Einblick in das damals fast alltägliche Leben und Geschäft von Herrschenden und Volk. Für die Schülerinnen und Schüler war es ein spannender Tag im Kugelkeller der Festung und auf dem Exerzierplatz. Strenge Hierarchien, kurze Befehle und unbedingter Gehorsam sind ihnen und auch ihren Lehrern heute fremd – umso interessanter war es für sie, sich als Grenadiere, Musketiere oder Jäger zu fühlen und im Anschluss an die Exerzierübungen gemeinsam eine historisch belegte Kartoffelsuppe im Kugelkeller zu sich zu nehmen. „Hinter der Aktion steht der Wunsch, Geschichte erlebbar zu machen, gerade wenn sie so unmittelbar mit unserer Region zu hat“, erläutert Aribert Ley, der einer der Hauptinitiatoren des Projekts ist.

Wie geschichtsträchtig die Region ist, konnten auch die Schülerinnen und Schüler der Q3 erleben, die mit ihrem Lehrer Thomas Weidemann eine Exkursion zur Mahn- und Gedenkstätte ins ehemalige Arbeitslager „Stammlager IX A“ nach Schwalmstadt-Trutzhain unternahmen. Auf den Spuren des Kalten Krieges ging es danach ins ehemalige NATO-Atomwaffen-Munitionsdepot nach Schwalmstadt-Rörshain. Hier bekamen die Schülerinnen und Schüler von ehemaligen Offizieren der Bundeswehr aus erster Hand Informationen über die Zeit des atomaren Wettrüstens, die ganz Deutschland in Atem hielt.
Der Vielfalt des Wandertages waren demnach keine Grenzen gesetzt. Nicht nur in der Region gab es viel zu entdecken, sondern auch Frankfurt oder Gießen lockten mit schönen Angeboten. Am Ende des Tages waren sich Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte einig: Ein solcher Wandertag ist eine Bereicherung im Schulalltag und sollte regelmäßig stattfinden.



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