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Projektion der Kirchenmitglieder und des Kirchensteueraufkommens für das Bistum Fulda

Die vom Forschungszentrum Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg vorgelegte Mitglieder- und Kirchensteuervorausberechnung für die katholische Kirche sagt bis zum Jahr 2060 nahezu eine Halbierung der Kirchenmitglieder und des realen Kirchensteueraufkommens voraus. Für das Bistum Fulda bedeutet dies einen Rückgang von derzeit rund 387.000 Mitgliedern auf rund 200.000 Mitglieder im Jahr 2060. Beim Kirchensteueraufkommen muss man zwischen real und nominal unterscheiden. Das heutige Kirchensteueraufkommen von rund 99 Millionen Euro geht nominal bis 2060 auf 95 Millionen Euro zurück, aber inflationsbedingt wird die Kaufkraft dieser 95 Millionen real um ca. 50 Prozent geringer sein. Die Löhne und Gehälter kirchlicher Mitarbeiten steigen jährlich im Durchschnitt kontinuierlich um 2,5 Prozent. Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber weist darauf hin, dass man beim Mitgliederrückgang auch allgemeine gesellschaftliche Faktoren mitberücksichtigen müsse, nach denen die Bindung von Institutionen und Parteien allgemein nachlasse, vgl. etwa die nachlassende Bindekraft der großen Volksparteien. „Wir haben es hier also nicht mit rein kirchenspezifischen oder nur allgemein katholischen Phänomenen zu tun“, stellt er heraus. „Gleichwohl müssen wir auf die Herausforderungen des Mitgliederrückgangs ebenso reagieren wie auf den Rückgang des Kirchensteueraufkommens.“

Weniger als die Hälfte des Rückgangs lässt sich laut Mitteilung der Wissenschaftler mit dem demografischen Wandel erklären. Einen größeren Einfluss auf die Mitgliederentwicklung hat demnach das Tauf-, Austritts- und Aufnahmeverhalten von Kirchenmitgliedern. Hier hat das Bistum Fulda wie die katholische Kirche in Deutschland insgesamt auch künftig Gestaltungsmöglichkeiten. „Hier setzen unsere ‚Strategischen Ziele‘ im Prozess ‚Bistum 2030‘ an. Mit dem von meinem Vorgänger Bischof Heinz Josef Algermissen angestoßenen Prozess haben wir schon begonnen, uns den Herausforderungen zu stellen“, sagt Bischof Dr. Gerber. Die Strategischen Ziele des Bistumsprozesses sind ganz darauf ausgerichtet, das Bistum an den in der Studie erwähnten Ansatzpunkten (Mitgliederbindung und Mitgliederneugewinnung) zukunftsfähig zu machen. Dazu gehört auch, das Evangelium Jesu unter veränderten Bedingungen in der Sprache, die die Menschen sprechen, immer wieder neu zu verkünden. „Die Veränderungen sind eine Herausforderung und eine Chance, die Botschaft des Evangeliums aus einer neuen Perspektive zu betrachten und dann den Menschen entsprechend nahezubringen“, zeigt sich Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke überzeugt.



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