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„Rettungskette Forst“ kommt auch den Wanderern auf dem Hochrhöner zugute

Rhön. Mit einer Übung für Feuerwehr und DRK wurde jetzt die neue „Rettungskette Forst“ entlang des Hochrhöners auf Thüringer Seite in Betrieb genommen. Erstmals wurden in einem Pilotprojekt des Landes die rund 5 000 thüringenweit existierenden Forstrettungspunkte mit dem Tourismus kombiniert. Bei der Umsetzung arbeiteten das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Thüringenforst, das Forstamt Kaltennordheim, die Regionale Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön und der Wartburgkreis eng zusammen.

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Die ursprüngliche Idee, die ohnehin bestehenden Forstrettungspunkte mit dem Rhöner Premiumwanderweg zu verbinden, hatte Thomas Lemke, der bei der ARGE Rhön verantwortliche Koordinator für den Hochrhöner. „Dieses Gemeinschaftsprojekt wird viele gute Konsequenzen mit sich bringen“, zeigte sich der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs, überzeugt. Alle Landräte, die in der ARGE Rhön zusammenarbeiten, unterstützen das Projekt der kombinierten Rettungskette, betonte er. Gleichzeitig hob er die enge Verbindung zwischen Forst und Tourismus hervor, die damit für alle deutlich wird. „Zu einem Premiumwanderweg gehört es aus unserer Sicht, dass man im Rahmen der Unterhaltung und Sicherung auch die schnelle Rettung von Wanderern im Auge hat“, sagte Krebs.

Die Rettungskette Forst sei erforderlich, weil der Forstberuf einer der gefährlichsten überhaupt ist, erklärte Thüringens Umweltstaatssekretär Stefan Baldus. Rund 25 Prozent aller Waldarbeiter und Forstmitarbeiter erleiden bei ihrer Berufsausübung einen Unfall. „Daher benötigen wir ein dichtes Netz dieser Rettungspunkte“, sagte Baldus. Alle 5 000 Punkte in Thüringen seien dem Rettungsdienst bekannt. Auf den Schildern ist eine spezielle Nummer vermerkt und die Notrufnummer 112. Zwischen Steinberg und Föhlritz trägt der Rettungspunkt beispielsweise die Bezeichnung „WAK-2229“. „Die Kombination der Rettungspunkte mit dem Tourismus ist eine gute Sache für Thüringen und insbesondere für den Premiumwanderweg ,Der Hochrhöner’“, meinte der Staatssekretär.

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Für die Wanderer sollen spezielle Flyer aufgelegt werden, um über die Rettungspunkte und ihre Bedeutung zu informieren, kündigte der Leiter des Forstamtes Kaltennordheim, Matthias Marbach, an. Außerdem sollen die einzelnen Punkte der Rettungskette Forst in den Wanderkarten vermerkt werden. Eine weitere Idee sei, an den Hinweisschildern des Hochrhöners auf den nächstgelegenen Rettungspunkt aufmerksam zu machen. Nach Eingang des Notrufes informiere die Leitstelle die Rettungskräfte. Da diese spezielle Karten besitzen, in denen die Rettungspunkte eingetragen sind, können sie sofort vor Ort die entsprechende Aktion ausführen, sagte Marbach. Bei allen diesbezüglichen Übungen habe es bislang stets beste Ergebnisse gegeben. Alle Punkte können mit Rettungswagen angefahren werden. Außerdem bestehe hier für den Rettungshubschrauber die Möglichkeit zu landen.
Im Falle der Übung am Rettungspunkt „WAK-2229“ ging der Notruf in der Leitstelle Schmalkalden ein, die ihn an die Leitstelle in Eisenach weiter leitete. Dann erfolgte die Alarmierung der Feuerwehr in Zella und des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Salzungen.

Auf Thüringer Gebiet werden etwa 45 Punkte der Rettungskette Forst mit dem Hochrhöner kombiniert. Das gleiche System wurde in Bayern bereits eingeführt. Auch in Hessen, beispielsweise am Roten Moor, sind Forstrettungspunkte mit dem Hochrhöner in Übereinstimmung gebracht worden.
Die Präsidentin des Rhönklubs, Regina Rinke, freute sich, dass die Idee von Thomas Lemke, der zugleich Hauptwegewart des Rhönklubs ist, in dieser Form umgesetzt wurde. Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz, Thüringenforst, das Forstamt Kaltennordheim, der Wartburgkreis und die ARGE Rhön hätten gemeinsam die Qualität des Premiumwanderweges „Der Hochrhöner“ mit ihrer Zusammenarbeit entscheidend verbessert, hob sie hervor.



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