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Fronleichnamsprozession in Fulda – „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“

Schönes aus Fulda. Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken heute das Fronleichnamsfest. Eine der größten Fronleichnamsprozessionen in Hessen fand in Fulda statt, wo das Fest seit über 700 Jahren begangen wird. An die 4.000 Gläubige zogen hier nach einem Gottesdienst auf dem Domplatz bei strahlendem Sonnenschein durch die mit frischem Birkengrün, Blumenteppichen und gelb-weißen Fahnen geschmückte Innenstadt.

Fotos (150): Max Colin Heydenreich

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„Nur eine Liturgie, die das Geheimnis der Gegenwart Gottes feiert und sich deshalb weder den Menschen als gefällig noch unterhaltsam anbiedern möchte, sondern allein das Bestreben kennt, Gott zu gefallen, wird fremde und außenstehende Besucher erkennen lassen, daß die Gegenwart Gottes in der Feier der Eucharistie die innerste Mitte des Geheimnisses ist.“ Darauf wies Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Predigt in dem Pontifikalamt besonders hin. Dann erst könnten die Menschen bekennen: „Wir haben erfahren, daß Gott dort unter den Menschen weilt“. Diese Erkenntnis sei der hohe Anspruch der Eucharistie als Feier des Heilsgedächtnisses Jesu Christi.

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Am Beginn seiner Predigt stellte der Oberhirte heraus, daß Jesus in der jüdischen Tradition Gott gedankt und diesem Dank durch die Hingabe seines Leibes und Blutes eine ganz neue Dimension gegeben habe. „Die Eucharistie der Kirche ist deshalb nicht einfach die Wiederholung eines Mahles, sondern die Gedächtnisfeier von Tod und Auferstehung Jesu Christi für alle Zeit.“

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In der Eucharistiefeier erinnerten sich die Christen daran, was der Herr für sie getan habe. Gedenken im biblischen Sinn sei freilich nicht bloß ein Sich-Erinnern an Ereignisse in der Vergangenheit. „In der liturgischen Feier werden vielmehr die Ereignisse in der Vergangenheit selbst gegenwärtig und wieder lebendig.“ So seien auch gläubige Juden bis heute überzeugt, daß sie selbst bei der Feier des Pascha aus Ägypten mit auszögen.

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Von dieser eucharistischen Grundüberzeugung lege der Kirchenlehrer Hieronymus ein schönes Zeugnis ab, fuhr Algermissen fort. Hieronymus berichte von einer alten Tradition, daß die Gläubigen in der Osternacht nicht vor Mitternacht aus dem Gottesdienst entlassen werden dürften. Da die Christen in dieser Nacht die Wiederkunft des Herrn erwarteten, habe die Osternachtsfeier in der frühen Kirche erst nach Mitternacht aufgehört. Wenn dann freilich die Mitternacht vorbei war und die Wiederkunft des Herrn nicht stattfand, gingen sie keinesfalls enttäuscht nach Hause.

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Sie feierten vielmehr die Eucharistie, weil sie überzeugt waren, daß sich in der Eucharistie die Wiederkunft des Herrn bereits ereignet habe und daß der Herr verborgen in der Gestalt von Brot und Wein gegenwärtig sei. Von daher werde sichtbar, daß die Weisung Jesu „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ nicht nur heiße, daß man sich an das erinnere, was der Herr für die Christen getan habe, „sondern daß wir auch an das denken, was noch kommen wird, und daß wir glauben, daß sowohl das Vergangene wie das Kommende in der Feier der Hl. Eucharistie selbst gegenwärtig ist“.

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Die Feier der Eucharistie ist laut Bischof Algermissen nicht nur Vergegenwärtigung von Tod und Auferstehung Jesu Christi, sondern auch Sehnsucht nach der Wiederkunft des Herrn. Sie sei „Angeld der kommenden Herrlichkeit“, „panis viatorum“, wie am Fronleichnamstag gesungen werde, nämlich Brot der Pilger und Nahrung der Hoffnung, die nichts zugrunde gehen lasse.

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Angesichts der Größe des Geheimnisses der Gegenwart Jesu Christi in der Feier der Hl. Eucharistie verstehe man das entschiedene Bemühen der Kirche, daß die Eucharistie würdig und schön gefeiert werde, weil sie nur so auf die Menschen ausstrahlen könne. Das habe noch einmal der Hl. Vater Papst Benedikt XVI. in seinem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Sacramentum Caritatis“ in Erinnerung gerufen.

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Davon lege auch eine alte Legende über den Ursprung des Christentums in Rußland beredtes Zeugnis ab, rief der Oberhirte in Erinnerung. Die Legende erzähle, der Fürst Vladimir von Kiew sei auf der Suche nach der rechten Religion für sein Volk gewesen. Der Reihe nach hätten sich deshalb die aus Bulgarien kommenden Vertreter des Islam und des Judentums, später auch die Abgesandten des Papstes aus Deutschland vorgestellt, die ihm jeweils ihren Glauben als den rechten und besten angeboten hätten.

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Bei all diesen Angeboten aber sei der Fürst unbefriedigt geblieben. Sein Entscheid sei erst gefallen, als seine Gesandten von einem feierlichen Gottesdienst zurückgekehrt waren, an dem sie in der Sophienkirche in Konstantinopel teilgenommen hatten. Voller Begeisterung hätten sie nämlich dem Fürst berichtet: „Und wir kamen zu den Griechen und wurden dorthin geführt, wo sie ihrem Gott dienen… Wir wissen nicht, ob wir im Himmel oder auf Erden gewesen sind… Wir haben erfahren, daß Gott dort unter den Menschen weilt.“

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Die Zuwendung der Russen zum Christentum sei in historischer Sicht gewiß in einem langen und komplizierten Prozeß vor sich gegangen, meinte der Bischof hierzu. Dennoch enthalte diese Legende vom liturgischen Ursprung des russischen Christentums einen tiefen Kern an Wahrheit. „Sie weist auf die geschichtliche Tatsache hin, daß die innere Kraft der Liturgie bei der Ausbreitung des Christentums eine wesentliche Rolle gespielt hat, die man nicht unterschätzen sollte.“

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Algermissen forderte die Gläubigen auf, einander am Hochfest Fronleichnam gegenseitig das Versprechen zu geben, „daß wir in unserem Bistum Fulda all unsere Kraft daran setzen, glaubwürdig Bedingungen zu schaffen, die deutlich machen, daß sich in der Feier der Hl. Eucharistie je neu Himmel und Erde berühren“. Das werde eine große und bleibende Aufgabe für alle Priester und alle Gemeinden sein.

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Der Fuldaer Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang in dem Gottesdienst Chorsätze aus der „Missa a 4 da cappella“ von C. Monteverdi und von C. Frank sowie weitere Choräle im Wechsel mit der Gemeinde. Die Orgel spielte Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser. An den Altären wirkten der Stadtpfarrchor, der Chor von St. Elisabeth und St. Josef nebst einer Bläsergruppe sowie der Domchor mit. (bpf)

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