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Im Drachenboot mit Fluss-Rangern den Rhein entdecken

Schönes aus Frankfurt. Es hat geklappt: Das erste neu gebaute Holzdrachenboot ist Donnerstagabend am Frankfurter Mainufer erfolgreich vom Stapel gelaufen. Einsteigen sollen in das einem historischen Rhein-Kahn nachempfundene Boot Touristen und Bürger der Region, „um sich von Fluss-Rangern versteckte Schönheiten im Rhein-Main-Gebiet zeigen zu lassen“, erklärte Projektleiter Rolf Strojec vom Bildungswerk für Paddel-, Bewegungs- und Reisekultur.

14 Fluss-Ranger sind bisher ausgebildet. Anlässlich des Stapellaufes wurde ihnen von Verena Exner, Referatsleiterin bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Diplom-Urkunde überreicht.

Die DBU unterstützt im Rahmen der Sport-Umwelt-Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) das Projekt mit 90.000 Euro. Die „Werft“ gehört zum Trainings- und Ausbildungszentrums (taz) des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten. Ehemalige Drogenkranke können hier ihre Erstausbildung nachholen – zehn Tischlerlehrlinge fertigten das Drachenboot.

Ziel des Großprojektes „Erlebnisraum Wasser“ sei es, den Rhein zwischen Eltville, dem rheinhessischen Heidesheim und dem Naturschutzgebiet Kühkopf auf eine neue Weise touristisch zu erschließen, so Strojec. „Erstmals wird der Naturvermittlungsansatz aus den Nationalparks der USA auf deutschem Wasser angewendet. Dazu werden Fluss-Ranger ausgebildet“, erklärte DBU-Expertin Exner. „Diese bieten dann eine erlebnisorientierte Führung durch die Natur.“

Die Fluss-Ranger hätten eine Doppelfunktion: Einerseits seien sie erfahrene Bootsführer, zum anderen Landschaftsinterpreten, die Naturphänomene kompetent an ihr Publikum vermittelten. Die Touristen sollten sich so besser mit der Region identifizieren – das helfe, das wertvolle Natur- und Kulturerbe zu bewahren. Regelmäßig geht es nun mit den ersten frisch diplomierten Fluss-Rangern auf Entdeckungsreisen. 20 Menschen haben Platz in dem Drachenboot – einem besonders langen Paddelboot.

Seinen Namen hat es aus dem Chinesischen. Dort wurden die Holzboote bunt angemalt und mit geschnitztem Drachenkopf und –schwanz verziert. „Das Drachenboot ist der ideale Bootstyp für Gruppenausflüge“, betonte Strojec. Paddeln und Geradeausfahren lasse sich im Gegensatz zum Kanu schnell lernen. Außerdem könnten bis zu 20 Personen gleichzeitig mitfahren.

Ein zweites Drachenboot für das neue Fluss-Erlebnis liegt noch auf Stapel. In der „Drachenboot-Werft“ – der Werkstatt des taz am Niederräder Ufer – wird weiter geschreinert. DBU-Expertin Exner: „Besonders möchte ich den Auszubildenden danken, die das Drachenboot in vielen Stunden gemeinsam mit ihrem Ausbilder gebaut haben!“

Drei Fluss-Stationen auf dem Rhein sind Anlaufstellen im Einzugsbereich des Rhein-Main-Ballungsraums: bei Heidesheim, auf der Höhe von Trebur und bei Stockstadt. Von dort werden die Flusstouren gestartet, die auf Basis einer Landschaftsanalyse ausgearbeitet wurden. Es soll zum Ginsheimer Altrhein gehen, in das Naturschutzgebiet Kühkopf und zu den Rheininseln in Höhe von Eltville.



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