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Berlin hebt Vogelsbergkreis in wichtiges Demografie-Programm

Vogelsbergkreis. Vor wenigen Tagen wurden in Berlin die „Sieger“ des „MORO-Wettbewerbs“ (MORO bedeutet: „Modellvorhaben der Raumordnung“ im Bundes-Bauministerium) bekanntgegeben. Von ursprünglich 156 Bewerbern ist nunmehr der Vogelsbergkreis unter die „letzten“ 21 gekommen und nimmt am Projekt teil. Eine durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung berufene Jury wählte unter Leitung von Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Dr. Rita Süssmuth aus 50 Bewerbern – zu denen der Vogelsbergkreis bereits zählte – 21 Modellregionen für die Teilnahme am „Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge“ aus. Bürgermeister Heiko Stock (Lautertal) und Bürgermeister Dietmar Schlosser (Feldatal) sowie Projektleiterin Margit Wagner und ihr Kollege, Diplom-Geograf Matthias Sebald (Amt für den ländlichen Raum) nahmen in Berlin stellvertrend die Auszeichnung entgegen.

Der Vogelsbergkreis ist zwei Jahre lang eine von 21 deutschen Modellregionen, die sich mit vernetzten Strategien der demografischen Herausforderung stellen wollen. Dies teilt Landrat Rudolf Marx in einer Presseerklärung mit und lobt die „herausragende strategische Arbeit“ von Margit Wagner, im Vogelsberger Amt für den ländlichen Raum verantwortliche Bereichsleiterin Regionalentwicklung und Chefin der Demografie-Arbeitsgruppe, die mehrere Kreisämter und auch etliche Vogelsberger Bürgermeister einschließt.

„Nur weil wir als Landkreis eine hoch differenzierte und strategische Bewerbung abgegeben haben, sind wir nun mit von der Partie und können eine umsetzungsorientierte Regionalstrategie „Daseinsvorsorge“ erarbeiten. Hierfür stünden rund 150.000 Euro zur Verfügung – in den Jahren 2012 bis 2014, drückt der Kreischef seine Freude aus. „Regional wirken und dabei sogar bundesweit wirksam sein“, sei das Motto der Vogelsberger Demografiepolitik. Dies gelte übrigens auch für wichtige Erkenntnisse in der Studie „Die Zukunft der Dörfer“ des Berlin-Instituts. Auch hier sei der Vogelsbergkreis ins Pilotprojekt eingebunden.

Margit Wagner – in der Kreisverwaltung für Dorf- und Regionalentwicklung zuständig – stellte auf der „Starterkonferenz“ in Berlin die Ziele und Ideen zur aktiven Auseinandersetzung mit den aktuellen und künftigen demografischen Herausforderungen vor. Konkret gehe es um die systematische und sektorübergreifende Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die verschiedenen Infrastrukturbereiche der Daseinsvorsorge. Kreispolitik, Kommunen, Vertreter der Zivilgesellschaft, öffentliche und private Trägern der Daseinsvorsorge, Fachämter der Kreisverwaltung und externe Experten können nun mit Hilfe des MORO-Projekts Szenarien und Anpassungsstrategien entwickeln.

Dafür stellt der Bund für die 21 ländlichen Modellregionen finanzielle Zuwendungen von rund drei Millionen Euro und zentrale Unterstützungsleistungen zur Verfügung, weitere 1,9 Millionen Euro für anschließende Umsetzungsprojekte in wiederum ausgewählten Regionen. Projektstart ist Januar 2012. „Wir wollen und können jetzt einen entscheidenden Schritt weiter kommen“, unterstreicht Frau Wagner. Drei Hauptthemen stünden auf der Tagesordnung: „Technische Infrastruktur und Siedlungsentwicklung“, „Senioren, Pflege und ärztliche Versorgung“, „Jugend, Bildung und Fachkräftesicherung“ und das Querschnittsthema „Erreichbarkeiten/Verkehr“. Als strategisches Schwerpunktthema sollen die Belange der Jugendlichen besonders im Fokus der Betrachtung stehen sowie die Verstetigung von Beteiligungsstrukturen, Netzwerken und möglichen Kooperationen.

Im Modellvorhaben „MORO“ gehe es um die Kernfragen der Zukunftsgestaltung im ländlichen Raum: Welche Mindestanforderungen öffentlicher Daseinsvorsorge sollen für eine angemessene Versorgung künftig gelten? Wie kann die Erreichbarkeit von Infrastrukturen, besonders für ältere, weniger mobile Bevölkerungsgruppen und Schüler gesichert und weiter entwickelt werden? Welche alternativen Angebotsformen bieten sich unter dem Aspekt der notwendigen Kosteneinsparungen künftig an? Wie können verändertes Nutzerverhalten, Qualitätsansprüche und Bedürfnisse, kleinräumig unterschiedlich, berücksichtigt werden und zur Akzeptanz bei allen Beteiligten führen?

Letztendlich können von den nun ausgewählten 21 Modellregionen Änderungsvorschläge für die Einflussnahme auf Vorschriften, Normen und Standards der Daseinsvorsorge eingebracht werden.
Gerade die im Vogelsberg begonnene Diskussion und Forderung der Kommunen nach differenzierten Standards für den ländlichen Raum gegenüber den Ballungszentren werde also auf dieser Ebene gemeinsam weiter geführt – „mit nun größerer Durchschlagskraft“, so Frau Wagner.

Informationen: www.regionale-daseinsvorsorge.de



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