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Fünf besondere Lebensgeschichten – Erste Runde von „Talk am Dom“ fand große Resonanz

Fulda (bpf). Als Sarah Schlimme den „Babysimulator“ eingeschaltet hatte, gab das Gerät einen Kinderschrei von sich – „Das Baby hat Hunger“, erkannte Weihbischof Johannes Kapp schmunzelnd unter dem Beifall der Gäste im Café Ideal. Es war eine bunte Runde, die Moderator Klaus Depta zum ersten „Talk am Dom“ eingeladen hatte: Die christliche Musikerin Judy Bailey, der Blindenfußballtrainer Peter Gössmann, Weihbischof Johannes Kapp, Sarah Schlimme vom Sozialdienst katholischer Frauen und hr-Fernsehmoderator Meinhard Schmidt-Degenhard kamen mit ihren interessanten Lebensgeschichte zu Wort – und rund 150 Menschen hörten gebannt und unter großer Anteilnahme zu. Betroffene Stille herrschte nur einmal, als Weihbischof Kapp berichtete, wie er am 11. September 1944 mit 15 Jahren die Leichen seiner Mitschüler bergen half, die im Bombenhagel über Fulda ums Leben gekommen waren.

Fotos: Arnulf Müller
„Religion wird immer spannender, auch wenn sie nicht deckungsgleich mit Kirchlichkeit ist“, stellte Fernsehmoderator Schmidt-Degenhard heraus, der vor wenigen Wochen die 1.000 Sendung „horizonte“ beim hessenfernsehen feierte. Zum Gespräch in Fulda kam er in Begleitung seines kleinen Hundes Marty und erzählte Begebenheiten aus über 25 Jahren Sendungserfahrung. Michail Gorbatschow war einer seiner prominentesten Gäste. SkF-Beraterin Sarah Schlimme machte ihrerseits im Gespräch deutlich: „Unsere Aufgabe ist es, Frauen in schwierigen Situationen erst einmal zuzuhören – und sie dann auch mit materieller Hilfe zu unterstützen.“ Mit dem sogenannten „Babysimulator“ erreicht sie in Schulen viele Jugendliche und sensibilisiert sie für verantwortungsvollen Umgang mit einem Baby und die Arbeit des Sozialdienstes katholischer Frauen.

Seine Erstkommunion hatte Weihbischof Kapp auf den Tag genau vor 75 Jahren in der nordhessischen Diaspora begangen, legte er im Gespräch mit Klaus Depta dar. „Auch wenn das Dorf mehrheitlich evangelisch war, sind wir doch fest dort verwurzelt gewesen“, so der emeritierte Weihbischof, der fünf Diözesanbischöfe erlebt hat. Depta ehrte Kapp, der als Domdechant den „virtuellen Rundgang“ durch den Fuldaer Dom initiiert hatte, durch Übergabe des ersten Exemplars des neu erschienenen „Panoramabuches“ der Kathedralkirche. Eine besondere Gesprächspartnerin, die das Publikum zudem mit einigen ihrer Lieder begeisterte, war die dreifache Mutter Judy Bailey.

„Gott ist für mich die Basis von allem – er ist für mich wie Atmen“, sagte die aus Barbados stammende christliche Musikerin. Konsequent tritt sie mit ihren hoffnungsvollen Liedern auch an sensiblen Orten wie einem Kinderhospiz oder in einer Friedhofskapelle auf. Dass auch Blinde Fußball spielen können, und das sehr gut, zeigte sich im Gespräch mit Deptas fünftem Gast, dem Marburger Gymnasiallehrer und Trainer des ersten deutschen Meisters im Blindenfußball, Peter Gössmann. „Das Spiel, das festen Regeln in einem fest abgegrenzten Raum folgt, ist rasant und intensiv und die einzige Sportart, in der sich ein Blinder frei bewegen kann“, erläuterte er. Und warb dabei gleich auch für mehr Achtsamkeit für und Rücksichtnahme auf nicht sehende Menschen.

Die nächste Talkrunde plant Klaus Depta für Mitte September und hofft auch dann wieder auf regen Zuspruch von Jung und Alt sowie Kirchenfernen wie Kirchennahen.



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