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Durch Bonifatius verbunden – Weihbischof Diez besuchte Bonifatiusstadt Dokkum

100430_BischofFulda. „Dokkum ist so bonifatianisch geprägt wie Fulda – die ganze Stadtgründung von Fuldas Schwesterstadt leitet sich von dem Heiligen her.“ Das brachte der Fuldaer Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez nach seiner Rückkehr aus der niederländischen Bonifatiusstadt Dokkum in Friesland zum Ausdruck, die er jüngst erstmals besuchte. Besonders beeindruckt zeigte sich Diez von der großen Gastfreundschaft und der Herzlichkeit, mit der er und seine Begleiter empfangen wurden.

Weihbischof Diez kam in Dokkum auch mit dem zuständigen Bischof von Groningen-Leeuwarden, Dr. Gerard Johannes de Korte, zusammen. „Die starke geistliche Verbundenheit der Menschen beider Städte durch Bonifatius sollte zu noch stärkerer Zusammenarbeit und noch mehr Kontakten auch von Fulda her führen“, forderte der Weihbischof. Das Dokkumer Bonifatiusheiligtum verbinde beide Städte bereits seit 1927, als der Fuldaer Bischof Joseph Damian Schmitt dorthin pilgerte.

100430_Bischof2Weihbischof Diez und die Fuldaer Reisegruppe, zu der seine Mutter Maria Herta Diez, Veronika und Prof. Dieter Wagner, Elke Hempel und Dariusz Gibas gehörten, waren bei ihrem Besuch von der Bürgermeisterin der Gemeinde Dongeradeel, zu der auch Dokkum gehört, Marga Waanders, gleich nach ihrer Ankunft zu einem Empfang in das Rathaus und zu einem festlichen Essen in ein friesisches Spezialitätenlokal eingeladen worden. Hier kam Diez auch mit Wethouder (Stadtrat) Tytsy Willemsma und Rein Middelburg von der Gemeinde sowie Pastor Paul Verheijen und Theo und Annemarie Jorna von der Pfarrei Dokkum zusammen.

Wethouder Rudolph Boersma und dessen Frau Durkje begleiteten die Fuldaer Reisegruppe auf die „Insel der grauen Mönche“, Schiermonnikoog. Mit Fahrrädern fuhr die Gruppe von der Schiffsanlegestelle über die Insel. Weihbischof Diez unterstrich auch die Bedeutung des Freundschaftskommitees für die Verbindung zwischen den Bonifatiusstädten.

In den intensiven Gesprächen äußerten die Mitglieder des Kommittees Interesse an Aufführungen des Bonifatiusmusicals in Dokkum bzw. Friesland. Ferner möchte das Komitee mit Vertretern von Fulda und Dokkum Materialien über Bonifatius entwickeln, die in den drei Bonifatiusstädten zur Information für Heranwachsende über Bonifatius geeignet sind. Mit Zustimmung von Weihbischof Diez hat Prof. Dieter Wagner zugesagt, die beiden Anliegen zu unterstützen.

Das Bonifatiusheiligtum

Das Bonifatiusheiligtum setzt sich aus mehreren Elementen zusammen: dem Prozessionspark und der Bonifatiuskapelle sowie dem Bonifatiusbrunnen bzw. -quelle und der Bonifatiusskulptur. Der friesische Karmelitenpater Titus Brandsma (1942 im KZ Dachau ermordet) ist der eigentliche Initiator und „Erneuerer“ der Bonifatiusverehrung in Dokkum. Pater Titus nahm 1924 an der ersten „modernen“ Wallfahrt friesischer Priester zum Bonifatiusbrunnen nach Dokkum teil.

Von da an galt sein spirituelles Interesse der Förderung der Bonifatiusverehrung in Dokkum. Ein Park (Prozessionspark) entstand im Bereich der Bonifatiusquelle, und 1934 wurde die Bonifatiuskapelle vollendet. 1956 wurde Dokkum zum offiziellen Wallfahrtsort des Bistums Groningen.

Die Bonifatiusskulptur am Außenbrunnen schuf der Amsterdamer Bildhauer Gerrit Bolhuis (1907-1975). 1962 enthüllte die damalige Kronprinzessin Beatrix die Bonifatiusstatue. Das Wasser des Außenbrunnen wird unterirdisch in den achteckigen, begehbaren Brunnen im Prozessionspark geleitet. Der Prozessionsweg innerhalb des Parks ist ein Pfad, der sinnigerweise mit Muscheln (Pilgerschaft) belegt ist. Auf dem Weg befinden sich Kreuzwegstationen, von denen die zwölfte Titus Brandsma gewidmet ist.

Die Bonifatiuskapelle ist im Stil einer mittelalterlichen Klosterburg errichtet. Die Wände der Kapelle sind aus Steinen früherer friesischer Klöster und Abteien gebaut. Der Innenraum der Kapelle strahlt eine verhaltene mystische Atmosphäre aus. Der Raum ist still und hat eine einzigartige Akustik. Der Rundgang geht wie ein Amphitheater mit über 2.000 Sitzplätzen ins Freie über. Die Kapelle ist ein Ort der Andacht.

Der Pilgerraum im Kapellenbereich wurde 2008/2009 renoviert. Zwei Gemeindemitglieder haben um die 70.000 Euro gespendet und gleichzeitig eine Bankbürgschaft über 100.000 Euro übernommen. Das um die 450.000 Euro umfassende Renovierungsprojekt belastet die kleine Gemeinde von 800 Katholiken immerhin noch mit etwa 145.000 Euro. Theo Jorna hat sich vor allem um die Finanzierung und Baudurchführung gekümmert und die nicht immer leichten Verhandlungen geführt.

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