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Lieder werden Leinwand – Bob Dylan in Bildern

Fulda. Lieder von Bob Dylan, umgesetzt in Bilder: Künstler aus ganz Deutschland haben Dylan-Lieder auf Leinwand gebannt. Die Werke sind ab dem 22. März in der Ausstellung „Rollender Donner“ in Fulda zu sehen, darunter Drucke von Armin Müller-Stahl und eine Plastik von Ottmar Hörl. Der Titel der Ausstellung spielt an auf Dylans legendäre „Rolling Thunder Revue“  1975.

„Rollender Donner“ in Fulda gewährt einen ganz besonderen Zugang zu Liedern des „Shakespeares der Rockmusik.“ Bildende Künstler haben bekannte und unbekannte Dylan-Songs gemalt. Die musikalischen Vorlagen haben dabei reichlich Stoff geliefert.  In „You Ain’t Going Nowhere“ begegnet der Zuhörer nicht nur Dschingis Khan – der seinen Königen zu wenig Schlaf gönnt – sondern auch dessen bislang eher unbekannten Bruder namens „Don“.  Im „Shooting Star“ entdeckt der Besucher Amy Winehouse und „I’ll Be Your Baby Tonight“ entpuppt sich als ausgekochtes Luder. Weitere gemalte Songs sind „Knockin On Heaven’s Door“, „Hurricane“ oder „Maggies Farm.“

Die Ausstellung wird mit einem Konzert der Song & Danceman Band eröffnet. Der Maler Bernd Lehmann stellt sein neues Buch zu „Desolation Row“ vor und druckt Radierungen in kleiner Auflage vor Ort, an zwei Wochenenden gibt es eine Buchausstellung.

So unterschiedlich die musikalischen Vorlagen Dylans, so verschieden sind auch die Darstellungen auf der Leinwand. „George Jackson“, Gewalttäter und Opfer aus der Zeit der Black Panther Bewegung in den USA, ist eine düstere Apokalypse. „Trouble In Mind“ dagegen fokussiert auf den Einzelnen und übersetzt den Text fast wörtlich und direkt. Die nahezu kindlich-naive Darstellung schlägt damit auch einen Bogen zu der Eindimensionalität, die einigen Texten aus Dylans christlicher „Born-Again“-Phase eigen sind.
Aus dieser Zeit stammt auch „Thief On The Cross“. Selbst vielen eingefleischten Fans ist dieses Stück bislang unbekannt. Bob Dylan hat es nur bei ganz wenigen Konzerten in seiner christlichen Schaffensphase live gespielt.

Bob Dylan war bereits mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert. Er gilt als Meister des Wortbilds und greift seit einigen Jahren selbst zu Pinsel und zur Zeichenfeder. Ausstellungen mit Dylan-Bildern lockten tausende Besucher nach Chemnitz und nach Kopenhagen.

Die Idee zu der Fuldaer Ausstellung entstand durch das aktuelle Album  der Song & Danceman Band aus Fulda mit 13 bekannten und weniger bekannten Stücken von Bob Dylan. Zu jedem Lied zeigt das liebevoll gestaltete CD-Begleitbuch je ein Bild, mit einer kurzen Anmerkung des jeweiligen Künstlers. Dr. Mathias Schmidt, der als erster Deutscher Amerikanist über den gesellschaftlichen Einfluss von Bob Dylan auf die „rebellische“ Jugend der 60er-Jahre promoviert hat, verfasste das Einleitungskapitel des umfangreichen Booklets.  „Pictures Of Dylan“ erscheint Ende März bei Amazon.

Die Originalbilder sind zu sehen in einer Sonderausstellung im Vonderau-Museum in Fulda. Die Ausstellung wird am 22. März mit einem Konzert der Song & Danceman Band eröffnet und läuft bis zum 15. April 2012. Zum Ausklang gibt es am  14. April im Kulturzentrum Kreuz ein Konzert mit zahlreichen Musikern aus Fulda, eine Hommage an die legendäre „Rolling Thunder Revue“ Bob Dylans 1975. Über das Aktionsprogramm zur Ausstellung informieren aktuelle Aushänge und im Internet auf  www.fulda-trifft-dylan.de und bei www.museum-fulda.de.



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