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Buchpremiere „Jahrgang 1934“ – ein besonderer Nachmittag für die Eichenzeller

Buchpremiere2Eichenzell. Im großen Raum des Heimatmuseums geht am Sonntag, 5. Mai 2013 kurz vor drei nichts mehr! Alle Stühle sind besetzt – ein Dutzend Leute stehen etwas verloren am Rand – das Treppenhaus füllt sich rasant mit Menschen, die nichts verpassen wollen. Dann der erlösende „Marschbefehl“ des Eichenzeller Bürgermeisters Dieter Kolb: „Wir ziehen nach unten zum Rhönklub!“ Dessen Vorsitzender Bernd Günder unterbrach kurz entschlossen den Turmdienst und öffnete den Clubraum.

Im Vorfeld der Premiere ist das Buch „Jahrgang 1934“, in vieler Munde. Das Thema interessiert. Die Veranstalter sollten sich über 50 oder 60 Zuhörer freuen können. Es kamen doppelt so viele! Ganz erstaunlich ist die Zusammensetzung der Gästeschar, die aus den unterschiedlichsten Schaffensbereichen des Dorfes kommen, das im Buch namenslos bleibt, aber eindeutig Ort des Geschehens ist. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Es war eine historische Zusammenkunft von Eichenzellern (und ehemaligen) an jenem Sonntag, an dem das Buch endlich „zu sprechen“ begann.

Ganz erfreulich waren Begegnungen von Einheimischen und Ehemaligen, die in der Ferne ihr Glück fanden und anlässlich der Buchlesung in die Heimat kamen. Aus Neuhof waren Leute gekommen, Lehnerz, Büchenberg, Welkers und Löschenrod. Am weitgereisten war der Bruder des Buchautors Oswald Schäfer, der in Bad Dürkheim lebt und von den Töchtern Christine und Monika begleitet wurde.

Buchpremiere1Kurz nach drei begrüßte Bürgermeister Dieter Kolb den Autor Lothar Schäfer, in Eichenzell geboren und aufgewachsen und seit Jahrzehnten in Hamburg lebend – auf das Herzlichste.  Nicht minder die Verlegerfamilie Imhof aus Petersberg und natürlich die zahlreichen Eichenzeller. Kolb ist von dem Buch begeistert: „Ich wollte einige Passagen querlesen, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Das Buch hat mich in Schreibweise und Inhalt so gefesselt, dass ich die ganze Nacht durchlas.“

Verleger Dr. Michael Imhof ergreift dann das Wort und führt aus, wie es zu dem „Erzählwerk“ des Eichenzeller der 30er und 40er Jahre gekommen ist. Dann ist es soweit. Prof. Lothar Schäfer rückt sich das Mikrofon zurecht und beginnt in seinem Buch zu lesen. Still wird´s im Saal!

In den Gesichtern ist eine gewisse Spannung zu erkennen, ob das vorgetragene Wort, die Inhalte vielleicht sogar etwas mit einem selbst zu tun haben? Niemand will da etwas verpassen. Die Anspannung wird immer wieder unterbrochen durch originelle Passagen, die zum kollektiven Lachen einladen. Und so geht’s dahin.

Über den Schmied weiß Schäfer einiges zu erzählen – das stark veränderte Bild seines Heimatortes im Vergleich zu früher wird anschaulich beschrieben, und ganz besonders beeindruckte mich die präzise Beschreibung eines Schlachtprozedere in irgendeinem der vielen Eichenzeller Höfe.

Der ehemalige „Eichenzeller Jung“ kommt mit wenigen Gesten aus. Sprachklang und Inhalte zeichnen die Lesung aus. Nach einer guten Stunde beendet Prof. Lothar Schäfer seinen detailreichen Rückblick. Der Sturm auf Person und Buch beginnt. Da wird ein persönliches Wort gewechselt, ein ebensolches auch ins Buch geschrieben und die Stapel werden immer kleiner.

Danach ist auch noch Zeit ein paar Worte zu wechseln mit Theo (Weber) und Ernst (Jestädt), Freunde von früher und Gefährten auf dem Umschlagsfoto des Buches, auf dem auch der Autor selbst und Berthold Greif zu sehen ist, der auch unter den Lesungsgästen war. Ein besonderer Nachmittag in Eichenzell geht zu Ende. Wie schon gesagt, für mich war es ein historischer.  (K.W. Sitzmann)

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