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Ina-Griet Raatz-von Hirschhausen will durch künstlerisches Schaffen „Unsichtbares sichtbar machen“

Poppenhausen/Gersfeld. Manche Menschen scheinen einen sprudelnden Brunnen der Kreativität in ihrem Inneren zu haben. Zu ihnen zählt Ina-Griet Raatz-von Hirschhausen mit Wohnsitz in Poppenhausen, die ihrer starken künstlerischen Energie zur Freude vieler Ausdruck verleiht.

Foto: Max Colin Heydenreich„Kunst – die kann in vielen Sprachen Unsichtbares sichtbar machen“, reimt sie zu ihrer Antriebskraft, denn flotte Gedichte sind eine ihrer „Sprachen“. Einen guten Eindruck von dieser lebensfrischen Lyrik und anderen Facetten der Künstlerin können sich Interessierte derzeit in der Galerie der Gersfelder Stadthalle verschaffen. Unter dem Titel „Bewegende Augenblicke“ stellt Raatz-von Hirschhausen bis zum 6. November dort ihre Werke aus.

So begegnet man – typisch für die Malerei der Künstlerin – zahlreichen Acrylbildern von Menschen mit Tierköpfen. Es sind sehr reizvolle Porträts der etwas anderen Art. Durch die Kombination arbeitet Raatz-von Hirschhausen einzelne Charakterzüge treffend heraus, ohne damit jemanden zu treffen: „Ich bringe menschliche Situationen zum Ausdruck und kann diesen Ausdruck noch verstärken, denn die Tierköpfe neutralisieren das.“ Sie möchte keiner Person zu nahe treten oder „sie brutal auf eine Eigenschaft festlegen“. So kann die leidenschaftliche Künstlerin mit ihrer Malhandschrift „den Rahmen der Möglichkeiten nutzen“, was auch als Titel unter dem Porträt eines distinguierten Herrn mit Giraffenkopf steht. Herzig sind beispielsweise die Dalmatiner-Persönchen („Freundschaft auf den Punkt gebracht“), und Meister Lampe macht als „Skihase auf abendlicher Piste“ etwas her.

Dass Raatz-von Hirschhausen ihre Bilder mit „Modiglina“ – einer Mischung aus „Modigliani“ und „Ina“ – signiert, hängt eng mit ihrer Entwicklung zusammen. Als sie ein Werk dieses italienischen Malers intensiv nachempfand, war dies für sie sozusagen ein künstlerisches „Erweckungserlebnis“. Bei einem weiteren Bild à la Amedeo Modigliani ließ sie den gemalten Menschen kopflos und gönnte ihm Monate später „ganz intuitiv“ einen Katzenkopf. Ihre Handschrift war geboren.

Mit gestalterischen „Geburten“ hat auch eine weitere ihrer Ausdrucksformen zu tun, denn die in Nordkanada und der Rhön lebende Künstlerin fertigt in liebevoller Kleinarbeit größere Marionetten. Einige dieser pfiffig ausgestatteten Faden-Figuren sind ebenfalls in Gersfeld zu bewundern, und der Betrachter spürt, wie viel Persönlichkeit ihnen Raatz-von Hirschhausen gegeben hat – egal ob Pirat Käpt’n Jack Sparrow oder Lesefee Tante Lou.

Auch tanzend setzt die Powerfrau, die ein Studium für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen absolviert hat, viel kreative Energie frei. Das hat sie mit einer Performance zu Ehren von Paul Klee bei einer Tanner Ausstellung bewiesen. Künstlertum sieht sie als Befreiung sowie nicht zuletzt als Gabe und Aufgabe von Gott. Sie will Menschen für die Kreativität gewinnen und dichtet: „Gelingt es mir, Dich zu berühr’n / und in die Welt der Kunst zu führ’n / dann kannst Du bestimmt erkennen / was wir Menschen Seele nennen…“

Ein dickes Buch mit Gedichten der Künstlerin, die sie „auf dem Weg findet“, trägt den Titel „Herzlich gedacht! – Glücklich sein leicht gemacht“ und ist für 30 Euro in der Ausstellung, in der Fuldaer Buchhandlung „Libreria“ und im Bonifatiushaus erhältlich. Apropos Bonifatiushaus: Dort zeigt Raatz-von Hirschhausen ab 24. November „Hinguck-Schmuck“.

 



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